Ich verstehe, warum einige junge Menschen, insbesondere männliche Menschen, gerne in die Armee gehen. Das ganze Prinzip macht Spass: der Körper darf sich so richtig austoben, die Fantasie darf auch zum Zug kommen, der Mensch darf wieder spielen und das erst noch in der freien Natur. Man(n) klettert auf Bäume, versteckt sich im hohen Gras, baut Zelte auf, verfolgt Spuren. Alles ist spannend, vital, spielerisch, abenteurlich……so wie damals, als wir noch Kinder waren und dieses Spiel noch spielen durften.

Aber im Erwachsenenalter wird das Prinzip sehr schwierig. Der Mensch hat wieder mal die Grenzen überschritten und hat ein Spiel zum Ernst gemacht. Menschen, die in der Armee ausgebildet werden, werden darauf trainiert, andere Menschen zu töten. Und Töten heisst, sie in diesem Fall definitiv und unwiderruflich aus dem Spiel zu werfen, sie ihres Lebens zu berauben und ihnen die Chance zu nehmen, ihr Leben auf natürlicher Weise zu Ende zu leben.

Ja klar, auf einer höheren Ebene ist jedem Menschen klar, welche Rolle er für ein Leben gewählt hat. Der, der getötet wurde, wusste von Anfang an, dass das sein Ende und seine Erfahrung sein wird und der, der Getötet hat, genauso. So gesehen kommen auch bei einem Krieg die richtigen Menschen zusammen, nämlich Menschen, die eine bestimmte Erfahrung suchen. Die Quintessenz: Wenn du bereit bist zu töten, dann sei auch bereit getötet zu werden.

Deswegen bin ich für eine Gesellschaft ohne Armee (die GSoA propagiert das in der Schweiz schon lange), denn wenn ich nicht wünsche getötet zu werden, dann kann ich nicht eine Maschinerie unterstützen, die fürs Töten zuständig ist. Wenn jeder Mensch die Quintessenz vom Töten konsequent zu Ende denken würde, dann wären die Aller-Allermeisten gegen das Töten, denn wer will schon getötet werden……

Und übrigens gilt dieses Prinzip auch im Umgang mit Tieren. Hat sich schon jemand Gedanken über das Töten einer Fliege gemacht? Geht das ganz leicht von der Hand? Tätsch….und die Fliege ist tot……und ich putz schnell das Fliegenblut an meiner Hose ab und das wars, oder wie?

Vor einigen Tage lief eine kleine Mücke über den Arm eines Bekannten. Er holte aus und wollte die Mücke schon zerquetschen. Ich schrie halt, worauf er lachte und sagte “Ist ja nur ein Mücklein…”
Ja, nur ein Mücklein und im Krieg ist es dann nur ein Menschlein