Je mehr du Gott erkennst,
je mehr wirst du bekennen,
dass du weniger Ihn was er IST
kannst nennen.

Angelus Silesius -wikipedia

Ich bin in keiner Weise religiös, aber als Atheisten mag ich mich auch nicht wirklich bezeichnen. Apropos: Zum Thema Atheismus hat Roman einen interessanten Artikel geschrieben. Einer seiner Sätze hat mich schon damals nachdenklich gemacht und ich frage mich, ob die Aussage berechtigt ist:

Wir können im Prinzip gar nicht anders als atheistisch sein. Denn gäbe es tatsächlich eine Gottheit im klassischen Sinne, so könnte uns jener gar nicht wahrnehmen und wir ihn nicht. Die beiden Welten sind inkompatibel zueinander. - ego.yoda.ch

Sagt Roman nicht ungefähr das gleiche, wie Angelus Silesius? Die Worte von Angelus Silesius kann ich nämlich sehr gut nachvollziehen, denn je länger ich mich mit der spirituellen Welt befasse, dessto weiter weg rückt das Bild eines (klassischen) Gottes, weil alle Elemente in meinem (sehr wohl beschränkt) wahrnehmbaren Universum zu einer Einheit zusammenfliessen, die ich anfange als Gott zu sehen. Gott löst sich so zu sagen auf in der Einheit, was auf den ersten Blick etwas widersprüchlich ist, aber in etwa das bedeutet, was auch im obigen Silesius-Zitat ausgesagt wird.

Und jetzt wirds schwierig: wenn sich Gott in der Einheit auflöst, gibt es dann überhaupt einen Gott und müsste ich mich dann nicht als Atheisten bezeichnen?

„Atheismus“ steht im weiteren Sinn für die Abwesenheit des Glaubens, dass es göttliche Wesen gibt, und im engeren Sinn für den Glauben, dass es keine göttlichen Wesen gibt, wie uns wikipedia erklärt.

Hhhmmm, nein. Da ich bisher weiterhin an göttliche Wesen glaube und zwar im Sinne, dass alle Wesen und alles letztendlich göttlich ist, gilt die Bezeichnung Atheist nicht für mich. Vielleicht kann ich mich weiterhin als spirituell Suchende bezeichnen. Ich freue mich auf eure Kommentare!